Odoo für die Fertigung: vom Auftrag bis zur Nachkalkulation.
Ein Kundenauftrag kommt herein – und löst von selbst aus, was nötig ist: Materialprüfung, Bestellvorschläge, Fertigungsauftrag, Arbeitsplan. So sieht Produktion mit Odoo aus. Wir zeigen das Szenario Schritt für Schritt.
Zwischen Auftragseingang und Maschinenstart liegt zu viel Papier.
In vielen Fertigungsbetrieben läuft die Steuerung über Zurufe, Laufzettel und eine Excel-Plantafel: Der Vertrieb verspricht Termine, ohne Material und Kapazität zu kennen; die Arbeitsvorbereitung tippt Aufträge ab; ob ein Auftrag am Ende Geld verdient hat, zeigt erst der Jahresabschluss – wenn überhaupt. Wachstum macht das nicht besser, sondern lauter.
Odoo bringt die Kette in ein System: Stücklisten und Arbeitspläne hinterlegen das Produktwissen, der Kundenauftrag prüft Material und stößt Beschaffung oder Fertigung an, Rückmeldungen aus der Werkhalle liefern Ist-Zeiten und Mengen. Das folgende Szenario zeigt den Weg eines typischen Auftrags – so, wie wir ihn bei Einführungen aufsetzen.
Ein Fertigungsauftrag, Schritt für Schritt.
Der Auftrag kommt herein
Der Vertrieb bestätigt einen Auftrag über 500 Baugruppen. Odoo kennt die Stückliste und prüft sofort: Was ist auf Lager, was fehlt, was muss gefertigt werden – inklusive realistischem Terminvorschlag.
Material wird beschafft
Für fehlende Komponenten entstehen automatisch Bestellvorschläge beim hinterlegten Lieferanten – mit Preisen, Lieferzeiten und Wareneingangsprüfung. Kein Anruf „Haben wir noch…?" mehr.
Die Fertigung startet
Der Fertigungsauftrag erscheint mit Arbeitsplan an den Arbeitsplätzen: Arbeitsschritte, Zeichnungen, Prüfanweisungen – digital am Terminal statt als Laufzettel.
Die Werkhalle meldet zurück
Werker melden Mengen, Zeiten und Ausschuss direkt am Arbeitsplatz. Der Auftragsfortschritt ist live sichtbar – auch für den Vertrieb, der dem Kunden Auskunft gibt.
Die Zahlen liegen vor
Nach Fertigstellung stehen Ist-Kosten neben der Kalkulation: Material, Maschinenzeiten, Löhne. Die Nachkalkulation ist ein Klick – und die nächste Kalkulation wird besser.
Diese Odoo-Apps tragen das Szenario.
Fertigung in Odoo ist ein Zusammenspiel: Das MRP-Modul (Fertigung) steuert Stücklisten und Arbeitspläne, drumherum arbeiten die Apps, die wir im Detail beschrieben haben:
So sieht die Werkhalle das System
Fertigungsaufträge wandern durch ihre Phasen – jede Karte zeigt Stückzahl, Arbeitsplatz und Termin. Rückmeldungen vom Terminal verschieben die Karten von selbst.
Woran Fertigungs-Einführungen scheitern – und wie nicht.
Stücklisten-Altlasten
Stücklisten aus CAD, Excel und Köpfen widersprechen sich oft. Wir konsolidieren vor dem Go-Live – sonst automatisiert das System die Fehler.
Zu viel auf einmal
Wer Feinplanung, Betriebsdatenerfassung und Qualitätsmodul gleichzeitig einführt, überfordert die Halle. Wir starten mit dem Kernfluss und bauen aus.
Werker nicht abgeholt
Terminals müssen schneller sein als der Laufzettel, sonst entsteht Schatten-Papier. Wir gestalten Rückmeldungen radikal einfach – große Buttons, wenige Pflichtfelder.
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Für welche Fertigungsarten eignet sich Odoo?
Für diskrete Fertigung im Mittelstand: Einzel-, Serien- und Variantenfertigung, Baugruppen, Lohnfertigung. Auch mehrstufige Stücklisten und Unterbaugruppen sind Standard. Für hochkomplexe Prozessindustrie prüfen wir ehrlich, ob Odoo die richtige Wahl ist.
Können Maschinen und Betriebsdaten angebunden werden?
Ja – von der einfachen Terminal-Rückmeldung bis zur Anbindung von Maschinendaten über Schnittstellen. Wir empfehlen, mit manuellen Rückmeldungen zu starten und Automatisierung dort nachzurüsten, wo sie sich rechnet.
Wie kommt unser Produktwissen ins System?
Stücklisten und Arbeitspläne importieren wir strukturiert aus CAD-Exporten, Excel oder Altsystemen – inklusive Bereinigungsrunde mit Ihrer Arbeitsvorbereitung. Das ist der arbeitsintensivste Teil der Einführung und der wichtigste.
Funktioniert eine realistische Terminaussage wirklich?
Ja, wenn Stammdaten stimmen: Wiederbeschaffungszeiten, Arbeitsplatzkapazitäten und Übergangszeiten. Odoo rechnet daraus Verfügbarkeitstermine – keine Wunschtermine.
Was kostet uns der Umstieg an Produktionszeit?
Bei richtiger Planung: kaum etwas. Wir führen parallel zum laufenden Betrieb ein, schulen in Schichten und schalten zum Stichtag um – die Halle produziert weiter.
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