Wer einen Onlineshop erstellen lassen möchte, findet schnell hundert Anbieter – aber selten eine ehrliche Beschreibung, wie so ein Projekt tatsächlich abläuft. Hier ist sie: die Phasen eines Shop-Projekts, wie wir es seit Jahren mit Shopware für B2B- und B2C-Händler umsetzen.
Phase 1: Anforderungen verstehen – nicht Features sammeln
Am Anfang steht nicht die Frage „Welche Funktionen wollen Sie?", sondern: Wie verkaufen Sie heute? Wer sind Ihre Kunden? Welche Prozesse laufen im Hintergrund – Warenwirtschaft, Versand, Preislogiken, Kundengruppen? Gerade im B2B entscheiden Dinge wie kundenspezifische Preise, Staffelungen oder Freigabeprozesse über die Systemwahl. Ein Shop, der die echten Abläufe nicht abbildet, erzeugt Handarbeit statt Umsatz.
Phase 2: Systementscheidung
Wir arbeiten überwiegend mit Shopware – aus gutem Grund: Das System ist in Deutschland zu Hause, stark im B2B und flexibel erweiterbar. Trotzdem prüfen wir in jedem Projekt, ob die Anforderungen dazu passen. Wichtige Kriterien:
- Anbindung an Warenwirtschaft oder ERP (z.B. Odoo)
- B2B-Funktionen wie Kundengruppen, Angebote, Schnellbestellung
- Skalierbarkeit bei wachsendem Sortiment
- Unabhängigkeit: Gehört Ihnen der Shop – oder mieten Sie ihn nur?
Phase 3: Konzept und Design
Bevor entwickelt wird, entsteht ein klickbares Bild des Shops: Kategoriestruktur, Produktseiten, Warenkorb, Checkout. Hier fließt Conversion-Wissen ein – denn ein Shop verkauft nur, wenn der Weg zur Kasse kurz und verständlich ist. Design heißt bei uns nicht Dekoration, sondern Nutzerführung mit Markencharakter.
Phase 4: Entwicklung und Datenmigration
Jetzt wird gebaut: Template-Entwicklung, Schnittstellen, Bezahlarten, Versandlogik. Parallel läuft die Datenmigration – Produkte, Kunden, Bestellhistorie. Unterschätzen Sie diesen Teil nicht: Saubere Produktdaten sind oft mehr Arbeit als die Technik. In unseren Projekten, etwa für Lorenz von Ehren oder STUDEX, war die Datenqualität einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren.
Phase 5: Testen, Launch, Betrieb
Vor dem Go-Live wird der komplette Bestellprozess durchgespielt: alle Bezahlarten, Versandarten, Gutscheine, Fehlerfälle. Nach dem Launch beginnt die eigentliche Arbeit – Auswertung, Optimierung, Updates. Ein Shop ist kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein Vertriebskanal, der gepflegt wird wie ein guter Außendienst.
Woran Shop-Projekte scheitern
- Unklare Zuständigkeiten für Produktdaten und Content
- Prozesse, die erst während der Entwicklung „entdeckt" werden
- Schnittstellen als Nachgedanke statt als Kernthema
- Kein Plan für die Zeit nach dem Launch
Fazit
Ein gutes Shop-Projekt beginnt mit Zuhören und endet nie ganz – weil ein Shop lebt. Wenn Sie einen Onlineshop planen oder ein bestehendes System an seine Grenzen kommt: Erzählen Sie uns davon. Wir geben eine ehrliche Einschätzung, welcher Weg für Ihr Sortiment und Ihre Prozesse sinnvoll ist.
